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Steinwerk

27. Februar 2002

Bendorf

Richtung Norden und dann immer geradeaus...

Neu- und Ausbau der Strandpromenade im Ostseeheilbad Dahme

„Die Strandpromenade ist ein ganz wichtiger

Anziehungs- und Treffpunkt und kann einen

touristischen Ort extrem aufwerten“, sagt der

Neustädter Ingenieur Walter Benthien. Er

muss es wissen, denn er hat seit Jahren

Erfahrung in der Neu- und Umgestaltung von

Strandpromenaden an der gesamten

Ostseeküste. Sicher mit ein Grund dafür,

dass auch die Kurverwaltung in Dahme ihn

mit der Aufgabe betraute, ihre bestehende –

und in die Jahre gekommene -

Strandpromenade so umzugestalten, dass

sie heutigen Anforderungen entspricht und zu

einer Belebung des Ortes beiträgt. Bislang

war die Strandpromenade ein

unansehnlicher, grau asphaltierter schmaler

Weg, zu den Häusern am Strand hin gesäumt

von wild wuchernden japanischen Zierrosen.

Der Zugang zu den Souvenirshops und

Lokalen entlang der Promenade, sowie der

Zugang zur Seebrücke war mit Stufen

versehen, die es gehbehinderten Besuchern

unmöglich machte, dorthin zu gelangen. Alles

in allem war dies kein Platz, der zum

Bummeln oder gar Verweilen einlud. Eine

Veränderung war also zwingend.

„Das Familienbad an der Ostsee“ - so wirbt

Dahme um seine Gäste, die in dieser kleinen

Gemeinde mit nur 1 226 Einwohnern die gute

Seeluft, das klare Wasser und den schönen

Sandstrand genießen können. Damit war die

Ausrichtung der Planung klar, sollte die neue

Promenade vor allem für Familien mit Kindern

attraktiv sein aber auch für die ältere

Generation einen schönen Weg zum

Flanieren bieten. Eine weitere Zielvorgabe für

die insgesamt 2,5 km lange Promenade war,

dass sie mindestens für die nächsten 30

Jahre Bestand haben sollte.

„Der Bezug zur Region, die Rückbesinnung

auf die Natur und damit die Schaffung einer

ganz natürlichen Ausstrahlung“ – diese

Kriterien waren für Walter Benthien die

wesentliche Grundlage seiner Planung.

Vorrangig sollte die Promenade zum

Charakter des kleinen Ortes passen, und auf

die speziellen Anforderungen in Dahme

zugeschnitten sein.

Zunächst wurden die Zierrosen entfernt und

durch neu angelegte flache Dünen ersetzt.

Diese wurden hauptsächlich mit dem

heimischen Strandhafer bepflanzt und mit

Findlingen verschönert. Dadurch wurde

erreicht, dass der Blick von den parallel zur

Promenade angelegten Parks und

Spielplätzen ungehindert Richtung Ostsee

schweifen kann. „Man soll möglichst von allen

Stellen einen freien Blick aufs Meer haben“,

auch diese Vorstellung war für Walter

Benthien ganz wesentlich bei seinen

Überlegungen. Ohne Abgrenzung geht die

neue Dünenlandschaft über in die eigentliche

Strandpromenade, die mit 6.80m breiter als

bisher angelegt wurde.

Bei der Auswahl des Pflasters wurde vor

allem Wert auf eine natürliche Wirkung gelegt.

Es sollte aus hochwertigem Beton sein und

auch starker Beanspruchung standhalten.

Immerhin verbringen über 60 000 Besucher

pro Jahr ihren Urlaub in Dahme. Ein weiterer

wichtiger Aspekt bei der Auswahl des

richtigen Pflasters war der hohe

Selbstreinigungswert, denn unzählige kleine

Besucher hinterlassen häufig mit

herabtropfendem Eis oder verschüttetem

Cola deutliche Spuren.

Die Wahl fiel schließlich auf Carena von

Steinwerk®, ein Pflaster, das all diesen

Ansprüchen gerecht wird. Für Carena werden

ausschließlich besonders strapazierfähige

Natursteinsplitte und Qualitätsbeton

verwendet. Tieferliegende Verbundnocken

bewirken einen kraftschlüssigen

Fugenschluss und sorgen so dafür, dass die

Steine nicht gegeneinander verschieben

können. Die damit verlegte Fläche erlangt so

eine Stabilität, die weit über die

Verbundwirkung herkömmlicher

Flächenbefestigung hinausgeht. Die leichte

Fase der Steine gewährleistet eine optimale

Begeh- und Befahrbarkeit des Belags und ist

damit auch ideal für diejenigen Gäste, die

sich per Rad oder Inlineskates auf der

Strandpromenade fortbewegen möchten. Für

Carena spricht zudem die leichte

Verlegbarkeit und das gleichmäßige

Erscheinungsbild, das sich durch die

geradlinig durchlaufende Fuge ergibt. Die

Oberfläche weist einen leichten Glanz auf,

was der Promenade den gewünschten

hochwertigen Charakter verleiht.

Um eine Promenade mit natürlicher und

ansprechender Atmosphäre zu schaffen, ist

auch die Wahl der Farben ganz entscheidend.

Man entschied sich für einen rötlichen

Farbton, der dem schwedischen Granit

Bohusrot ähnelt und damit gut zu der Farbe

der Dünen und des Sandes passt.

Hansebeton, einer der fünf

Kooperationspartner von Steinwerk mit Sitz in

Lauenburg, produzierte und lieferte Carena in

dieser Spezialfarbe.

Lebendig und kontrastreich wird die

Promenade durch die Kombination des roten

Pflasters mit Bändern aus Naturgranitwürfeln,

die in Abständen die Flächen diagonal

durchlaufen. Als äußere optische Begrenzung

zum ebenerdig angrenzenden Sandstrand

wurde ein Band aus anthrazithfarbenem

Granit verlegt.

Ganz natürliche aber für deutsche

Strandpromenaden auch ganz

außergewöhnliche Gestaltungselemente sind

die Bäume, die ungefähr alle 50 Meter in

kleinen Ausbuchtungen angepflanzt wurden.

Nachdem zunehmend auch außerhalb der

Saison Touristen nach Dahme kommen

wurde mit der Kiefer wieder eine heimische

und standortgerechte Pflanze gewählt, die

auch im Herbst und Winter noch grün und

dekorativ ist. Abwechselnd sind die Bäume

entweder mit Bänken aus Granit versehen

oder haben eine äußere Umrandung in

Sitzhöhe.

Der Zugang zu den Souvenirgeschäften und

Lokalen entlang der Strandpromenade wurde

behindertengerecht ebenerdig und

barrierefrei gestaltet, der Zugang zu den

Häusern zum Teil mit dem in dieser Region

häufig verwendeten Klinker oder mit Kies

angebunden.

Ganz wichtig für die Planer war, dass die

Promenade auch ein attraktiver Platz für

Kinder ist. Aus diesem Grund wurden nicht

nur die Spielplätze parallel zur Promenade

verschönert, sondern werden in einem

nächsten Schritt auch auf der Promenade

selbst zahlreiche Spielmöglichkeiten und

damit „Lebendige Lebensräume“ geschaffen.

Der Neu- und Ausbau der Strandpromenade,

veranschlagt auf rund 5 Millionen Mark

Baukosten, wurde in drei Bauabschnitte

unterteilt. Begonnen wurde mit dem bisher

unattraktivsten Teil der Promenade im Herbst

2000, im Frühjahr 2001 wurde er fertig

gestellt. Der zweite Bauabschnitt wurde in

diesem Frühjahr abgeschlossen. Der Termin

für die Fertigstellung des dritten Teils steht

noch nicht fest, da es in diesem letzten

Bereich Berührungspunkte mit dem Deich

gibt, der ebenfalls erneuert werden soll.

Autor: Brigitte Zingler

Bauvorhaben:

Neu- und Ausbau der Strandpromenade im

Ostseeheilbad Dahme

Bauträger:

Kurverwaltung Dahme, Kurpromenade 58,

23747 Dahme

Ausschreiber:

Dipl.-Ing. Walter Benthien, 2.Roger Weg 3,

23730 Sierksdorf

Unternehmer:

Claus Alpen, Oldenburger Straße 34-36,

23730 Neustadt

Steinwerk

Gesellschaft für Betonelemente mbH

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