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GEA Happel Klimatechnik GmbH

05. November 2004

Käse braucht ein gutes Klima

Klimatechnik aus hochwertigem Stahl hält im Salzbad der Käserei Müritz-Milch Feuchtigkeit konstant

erschienen in Deutsche Milchwirtschaft, Ausgabe 20/2004 (siehe PDF)


Einen ungewöhnlichen aber sehr wirkungsvollen Weg ging das Ingenieurbüro König bei der Entfeuchtung für Müritz-Milch in Waren: Damit die Luft in der Salzbad-Halle der Käserei nicht zu feucht wird, wählte der Planer eine im Umluftbetrieb arbeitende Wärmepumpe. So haben Schimmelpilze im Lebensmittel verarbeitenden Betrieb keine Chance. Die Anlage ist für die anspruchsvollen Betriebsbedingungen gut gerüstet: Alle Komponenten, die mit salzhaltiger Luft in Kontakt kommen, fertigte der Lieferant des Klimazentralgeräts, die GEA Happel Klimatechnik, aus extrem korrosionsbeständigen Stahl - V4A.


Käse braucht ein gutes Klima. Nur unter hygienisch einwandfreien Bedingungen dürfen Lebensmittel verarbeitet werden; Schimmelpilze und Bakterien haben in der Produktion nichts zu suchen. Für saubere und passend temperierte Luft sind in der Käserei der Müritz-Milch GmbH, Waren, etliche Anlagen der GEA Happel Klimatechnik GmbH, Herne, zuständig, die im Zuge des Neubaus installiert wurden.


Die Käserei entstand zwar erst vor zwei Jahren, das Verarbeiten von Milch aber hat in Waren Tradition: Aus der Molkerei Naschkatze entstand 1978 der VEB Müritz-Milchhof, aus dem 1990 die Müritz-Milch GmbH hervorgegangen ist, eine Tochtergesellschaft der Nordmilch. In den Neunziger Jahren war die Produktion vorrangig auf H- und Frischprodukte ausgerichtet bis 2002 die Käserei hinzukam. In ihr werden tagtäglich 800 t Milch zu etwa 80 t Käse verarbeitet.


Alle drei Hallen der Käserei sind mit der Klimatechnik von GEA Happel ausgerüstet. Die Anlagen arbeiten mit leichtem Überdruck, um ein kontrolliertes Ansaugen der Außenluft zu ermöglichen. Im Industrieumfeld eigentlich Standard - nur das Salzbad besitzt eine ungewöhnliche Anlage. Das Bad hat eine Temperatur von 13 °C, die Luft misst gerade 15 °C, ist also viel kälter als die der Nachbarhallen. In der Salzlösung verweilt der Käse je nach Sorte bis zu 20 Stunden bevor er zur Verpackung gelangt. Der hohe Salzgehalt macht sich auch in der Hallenluft bemerkbar und verhindert das Verwenden konventioneller Materialien. Diesen Betriebsbedingungen muss sich auch die Klimatechnik anpassen, in diesem Fall das eingesetzte Modell ATplus, das zu der aktuellen Serie von Zentralgeräten des Herner Anbieters gehört.


Die große Fläche des Salzwasser-Beckens führt zur Verdunstung, die Luft wird feucht, erklärt Jan Heykants, der für die Instandhaltung bei Müritz-Milch zuständig ist. Wasser, das an den Wänden oder der Decke kondensieren würde, böte aber einen potenziellen Nährboden für Schimmelpilze und Bakterien. Darum darf sich keine Nässe an den Kältebrücken der Gebäudehülle niederschlagen. Besonders von der Decke herabtropfendes Wasser wäre schlimm. Also muss diese Halle entfeuchtet werden.


Eine Energie sparende und effiziente Lösung zum Trocknen der Luft stellt die Wärmepumpe dar. Sie entzieht der Luft im Umluftbetrieb die Feuchtigkeit und arbeitet effizienter als viele andere Verfahren. Doch typischerweise sind solche Anlagen zum Beispiel für Schwimmbäder konzipiert. Die salzhaltige Luft in der Käserei würde Modelle aus herkömmlichem Material schon in kurzer Zeit zerfressen. Aber dadurch ließ sich Horst König vom Ingenieurbüro König in Großenwiehe nicht beirren: Er hat nach diesem Prinzip schon zwei Anlagen erfolgreich für die Nordmilch-Käsereien im niedersächsischen Edewecht umgesetzt und sah auch für Müritz-Milch hier den besten Weg, hochwertige Werkstoffe vorausgesetzt. Geplant - getan: Zusammen mit Kälte-Service Plau aus Ganzlin setzte der Ingenieur seine Idee in die Tat um und realisierte so eine weitere Referenz. Der Unterschied zu den vorherigen Installationen: Aus Platzmangel wurde bei Müritz-Milch eine Aufstellung auf dem Dach gewählt.


Das Verfahren funktioniert - wenn das Material mitmacht. Mit V4A (Edelstahl mit der Werkstoffnummer 1.4571) ist man auf der sicheren Seite. Der korrosionsfeste Stahl widersteht selbst der salzhaltigen Luft und ist damit der richtige Werkstoff für Verdampfer, Verflüssiger, Ventilatoren, Gehäuseelemente und die weiteren Teile. Allerdings hat die Beständigkeit ihren Preis: Die V4A-Ausführung kostet rund ein Drittel mehr als eine normale wetterfeste Variante, belohnt den Investor aber durch ihre lange Lebensdauer.


Für den Lieferanten, die GEA Happel Klimatechnik GmbH in Herne, war die Werkstoffwahl kein Problem: Sie bietet die als Zentralanlagen konzipierten Geräte (hier Modell GEA ATplus 20.20A) aus diversen Materialien an, und die Konstruktionen haben sich bewährt. Das eingesetzte Modell kann Stunde für Stunde etwa bis zu 15.000 m³ Luft umwälzen und stellt so reichliche Reserven bereit. Die glatten Innenflächen bieten Schmutz kaum Haftgrund, was gerade in der Lebensmittelverarbeitung von Vorteil ist. Durchdachte Details wie großzügig bemessene Servicetüren erleichtern die Wartung und Instandhaltung, zum Beispiel den Austausch von Filtern. In der Konstruktion der Geräte spiegelt sich reichlich Erfahrung aus vielen Einsatzbereichen wie zum Beispiel Industrie, Büro, Hotel und Schwimmbädern wider. Neuland beschritten die GEA-Klimaprofis allerdings mit dem Einsatz im Salzbad einer Käserei. Mit Erfolg, wie sich herausstellte.


Analogien zu konventionellen Einsatzfeldern bestehen, doch hier im Salzbad ist die Temperatur mit zehn bis 15 Grad viel niedriger als bei den meisten Einsatzgebieten, weswegen ein großer Verdampfer erforderlich ist, um die Vereisung zu verhindern, erklärt König. Ein zusätzlicher Außenverflüssiger ist für den Sommer (Kühlbetrieb) unentbehrlich. Die Dimensionierung der Kälteleistung kann trotz niedrigerer Temperaturen aus der Schwimmbadtechnik (Verdunstungsmenge) übernommen werden, sagt der Ingenieur, der die Zielgrößen nennt: Rund 65 Prozent relative Feuchte bei 15 Grad Celsius sind optimal. Dann haben Schimmelpilze keine Chance, eine normale Wärmedämmung der Außenflächen vorausgesetzt.


Die Investition rechnet sich: Die niedrigen Betriebskosten und die extreme Haltbarkeit der Anlage kommen dem Investor und Betreiber zugute. König dazu: Man benötigt nur die Antriebsenergie für die Wärmepumpe, bestehend aus Kälteanlage und Umluftventilator. Mit dieser Effizienz können andere Systeme nicht mithalten. Nicht nur Planer, Ausführende und Lieferant stehen hinter dem realisierten Konzept, auch die Käserei ist mit der gewählten Lösung zufrieden. Die versprochenen Luftparameter - 65 % rel. Feuchte bei 15 °C - werden eingehalten, was Instandhaltungsprofi Heykants zu schätzen weiß. Mit der Umluftanlage in der Salzbad-Halle müssen wir uns wegen Schimmelpilzen keine Sorgen machen.


Ralf Dunker

Dateien:
GEA_DMW_20.pdf