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Schleupen AG

17. Mai 2002

Moers

Brennpunkt EDM: die Grundlage für flüssige Prozesse

Stadtwerke Meiningen setzen beim Energiedatenmanagement auf Schleupen

Effizienter werden, das ist gerade für mittlere

und kleinere Energieversorger ein wichtiges

Ziel, um im liberalisierten Energiemarkt

besser bestehen zu können. Dazu gilt es nicht

nur, die internen Prozesse zu optimieren,

sondern vor allem auch die

Geschäftsprozesse, bei denen das Stadtwerk

mit den anderen Markteilnehmern

kommunizieren und Daten austauschen

muss. Für die Stadtwerke Meiningen stand

deswegen das Thema

Energiedatenmanagement ganz oben an, als

es darum ging, die Anforderungen des

liberalisierten Marktes umzusetzen. Mit der

EDM-Lösung CS.EL-Energie-Logistik von

Schleupen laufen hier künftig immer mehr

Geschäftsprozesse automatisch, sowohl auf

Netzbetreiberseite wie im Vertrieb.

Mit rund 14.500 Tarif- und 80

Sondervertragskunden gehören die

Stadtwerke Meiningen zu den kleineren

Werken in Deutschland. Mit einer konsequent

regionalen Ausrichtung und einem

entsprechend gestalteten Strom-Produkt,

dem „Werra-Strom“ ist es den Stadtwerken

Meiningen gelungen, die eigene Stellung

nicht nur zu halten, sondern auch

auszubauen. Rund 160 Neukunden konnten

mit dem „Werra-Strom“ innerhalb der letzten

Monate außerhalb des eigenen Netzgebietes

gewonnen werden. Das war auch ein Grund

dafür, dass man in Meiningen im Jahr 2001

begann, sich mit dem Thema

Energiedatenmanagement intensiver

auseinanderzusetzen. Denn die

Anforderungen des freien Marktes sind auf

Dauer mit herkömmlichen Mitteln - sprich mit

Excel - nicht mehr zu bewältigen. Das Ziel der

Stadtwerke Meiningen ist es aber nicht nur,

die alltäglichen Arbeitsabläufe zu erleichtern,

sondern immer wiederkehrende

Geschäftsprozesse, wo immer möglich, auch

automatisch abzuwickeln. „Für uns war es

wichtig, dass wir eine Lösung finden, die sich

unseren Prozessen anpasst. Denn wir

wollten auf keinen Fall unsere auf die

Markterfordernisse abgestimmten

Arbeitsabläufe der Software anpassen

müssen“, so Thomas Zingel,

Energiemanager bei den Stadtwerken

Meiningen.

 

Zwei zentrale Aufgaben sind es, die bei den

Stadtwerken Meiningen über das

Energiedatenmanagement abgewickelt

werden. Zum einen geht es in der Rolle als

Verteilnetzbetreiber vor allem um das

Sammeln, Aufbereiten, Bilanzieren und

Verteilen von Verbrauchsdaten sowie um die

Umsetzung des Lastprofilverfahrens. Zum

anderen agiert man als Lieferant aktiv am

Energiemarkt, und damit müssen neben der

Kundenbetreuung und der Akquise von

Neukunden zunehmend auch die

Beschaffungsprozesse abgebildet werden.

Denn auch in Meiningen sind die Tage der

Vollstromversorgungsverträge gezählt, die

Energie muss zunehmend auf dem freien

Markt beschafft werden.

An das Energiedatenmanagement stellen

diese neuen Beschaffungsprozesse

Anforderungen, die mit Excel längst nicht

mehr zu bewältigen sind. „Auf der einen Seite

läuft die Beschaffung in immer kürzeren

Zyklen ab, auf der anderen Seite planen wir

aber auch schon für die Jahre 2003 und

2004“, so Frank Baumann, als Assistent der

Geschäftsleitung verantwortlich für das EDM-

Projekt der Stadtwerke Meiningen. „Die

Prognosen müssen deswegen sowohl

tagesgenau erfolgen können, als auch über

ganze Jahre hinweg. Ohne geeignete

Instrumente ist das nicht zu schaffen.“ Denn

die Datenmengen für eine langfristigen

Planung sind immens. Aber auch bei den

kurzfristigen Beschaffungsprozessen ist das

Energiedatenmanagement gefordert. Die

erfolgen in Meiningen inzwischen meist

monatlich und zunehmend auch wöchentlich.

Basis dafür sind die Verbrauchsdaten, die

sowohl vom eigenen Netzbetrieb als auch von

den Netzbetreibern geliefert werden, in deren

Gebieten Kunden mit „Werra-Strom“ beliefert

werden. Diese Daten sind eine der

Grundlagen für die Prognose, in die aber

auch Wetterdaten einfließen oder

Informationen aus der Vertragsabrechnung,

beispielsweise zu neuen oder geänderten

Verträgen. Das Ergebnis dieser Prognose

bildet dann die Ausgangsbasis für die

Beschaffung. „Auch wenn wir die Beschaffung

nicht selbst abwickeln, sondern seit Anfang

des Jahres im Verbund mit der KES, der

Kommunalen

Energiedienstleistungsgesellschaft Süd-

Sachsen, durchführen, ist die Qualität der

Prognose entscheidend für den erzielbaren

wirtschaftlichen Erfolg“, so Frank Baumann.

Denn mangelhafte Prognosen einzelner

Mitglieder gefährden die Preise für die

gesamte Einkaufsgemeinschaft und finden

sich verursachergerecht in den

Energiebezugskosten wieder.

Für eine qualitativ gute Prognose genügt es

aber nicht, die Daten für den

Energieverbrauch aus der Vergangenheit

oder Wetterdaten heranzuziehen. Für Frank

Baumann ist vor allem auch die enge

Kopplung mit der Vertragsabrechnung

entscheidend. Nur wenn Informationen wie

Vertragsänderungen, neue Verträge oder

Kündigungen mit berücksichtigt werden,

bleibt man von Überraschungen verschont.

Deswegen gehörte für die Stadtwerke

Meiningen die enge Integration des

Energiedatenmanagements in das

Abrechnungssystem neben den funktionalen

Aspekten zu den wichtigsten

Voraussetzungen bei der Softwareauswahl.

Hier setzt man in Meiningen bereits seit

Jahren auf das Schleupen AS400-System und

noch nicht auf das neue Schleupen.CS. „Wir

waren bei der Auswahl offen für alle Anbieter,

das Schleupen-EDM-System CS.EL bot mit

seiner ausgefeilten Schnittstelle für uns

jedoch die meisten Möglichkeiten, eine enge

Kopplung mit der Abrechnung zu realisieren“,

so Frank Baumann. Nicht nur aus Vertriebs-,

sondern gerade auch aus Netzbetreibersicht,

wo es auf eine vertragsgerechte Abbildung

der Beziehungen ankommt.

Während üblicherweise Themen wie

Abrechnung oder die betriebswirtschaftlichen

Anwendungen bei einer Neuorientierung in

der Datenverarbeitung im Vordergrund

stehen, startete man bei den Stadtwerken

Meiningen ganz bewusst mit dem Thema

EDM in diesen Prozess. Nicht nur, weil die

vorhandenen Kapazitäten es nicht zuließen,

mehrere Projekte parallel zu betreiben,

sondern weil hier grundsätzliche

Geschäftsprozesse betroffen waren. Ein

Vorgehen, dass sich aus Sicht von Frank

Baumann bewährt hat. „Gerade weil beim

Energiedatenmanagement die

Zusammenhänge deutlich werden, werden

wir künftig bei der Umstellung der weiteren

Systeme sicherlich weit weniger Probleme

haben“, so seine Einschätzung. Denn weil

man sich so sehr intensiv mit den

Anforderungen des liberalisierten Marktes

beschäftigen musste, konnte man auch in

den bestehenden Systemen Unstimmigkeiten

bei den Daten und organisatorische Mängel

entdecken und bereinigen. Gerade bei der

Integration der Zählerfernauslesung von

Fröschl konnten so die Datenflüsse zwischen

dem Zähler und der Abrechnung optimiert

werden. „Damit können wir nun bei der

Umstellung weiterer Anwendungen auf einen

konsistenten und praxisgerechten

Datenbestand aufsetzen, was den Aufwand

für diese Umstellungen natürlich deutlich

senkt. Zudem sind durch die enge Integration

diese Daten nur einmal im System

vorhanden, und damit sinkt auch der laufende

Aufwand für die Pflege und vor allem für die

Fehlerbereinigung deutlich“, so Frank

Baumann. Noch wichtiger ist für ihn aber die

Möglichkeit, viele Prozesse automatisieren zu

können. „Unsere Mitarbeiter bekommen so

wieder die Kapazitäten, die sie eigentlich für

,gewinnbringendere’ Tätigkeiten etwa in der

Kundenbetreuung benötigen.“ Er hofft

deswegen, dass sich die Bestrebungen in

Richtung einheitlicher Formate in der

Datenkommunikation auf dem Energiemarkt

bald durchsetzen. „Bislang regiert hier leider

immer noch Excel, von der Fähigkeit

beispielsweise via MSCONS zu

kommunizieren, sind viele Unternehmen noch

weit entfernt.“

Autor: Uwe Pagel

Weitere Informationen:

 

Schleupen AG – Martina Nawrocki

Tel.: +49 5031 963 330 – Fax: +49 5031 963

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